10 Städtebauliche Entwicklung und Wohnen
10.4.5 Exkurs: Plattenbau nach dem System Camus
Die Ursprünge des Bauens mit vorgefertigten Fertigbauelementen liegen
zwar in der Zeit Ende des 19. Jahrhundert, der weltweite Durchbruch mit
weiterentwickelten Systemen erfolgte jedoch erst nach Ende des zweiten
Weltkriegs. Das System Camus nahm dabei eine herausragende Stellung ein.
Lizenzvergaben, insbesondere in den damaligen Ostblock spielten dabei
eine wichtige Rolle.[1] In den osteuropäische Ländern wurden die
Bauteile und die Bauweise angepasst und weiterentwickelt. In dieser
Bauweise entstanden teilweise ganze Stadtteile mit bis zu 135
.000
Einwohnern neu.[1]
Die Firma Camus-Dietsch fertigte 1949 von 1982 bis
Beton-Großtafel-Bauelemente für den Hausbau, die in Fabriken in
Serienproduktion nach einem patentierten Verfahren vorgefertigt wurden.
Die Betonteile mussten wie bei Fertigbauelementen aus anderen
Materialien wie insbesondere auf Holzbasis vor Ort nur noch
zusammengefügt und verbunden werden. Dadurch und durch weitgehende
Standardisierung und Typisierung ergaben sich eine enorme Zeit- und
Kostenersparnis.
Während auf dem Rastpfuhl nur ein- oder zweigeschossige Ein- bzw.
Mehrfamilienhäuser zu finden sind (vgl.
Kap. 10.4.2 Bebauung Pasteurschacht), ist die
Firma vor allem durch den Geschosswohnungsbau bekannt geworden.
Noch im Jahr 1957 hielt man Fertigbauteile für den Geschosswohnungsbau
für ungeeignet[2], was aber spätestens Mitte der 1960er Jahre durch den
Bau von bis zu 18-geschossigen Hochhäusern nach dem System Camus
widerlegt wurde.[3]
Geschichte der Fa. Camus Dietsch
Inspiriert durch die Automobil-Serienfertigung bei seiner Beschäftigung
bei Citroën, entwickelte der Bauingenieur Raymond Camus (* 10. April
1911 in Le Havre,
†
24. Januar 1980 in Paris)[4] ein System für die Herstellung von
Beton-Fertigteilen für den Hausbau[5} . Das von ihm 1948 beantragte
Patent wurde ihm 1952 erteilt.[6]
Im September 1949 mietete Camus im Hafengelände von Le Havre eine
leerstehende Lagerhalle und konnte schon drei Monate danach die
Produktion von Beton-Fertigteilen anlaufen lassen. Anfang Mai 1950
begann nach dem Vorliegen der notwendigen Genehmigungen der Bau eines
ersten dreigeschossigen Wohn- und Geschäftshauses in Le Havre. Bis 1953
folgten weitere mehrgeschossige Häuser folgten in Le Havre und
Umgebung.[6]
Aufgrund des Erfolgs des Wohnungsbausystems
Procédé Camus, das
insbesondere auf den kurzen Bauzeiten beruhte, verließ Camus Le Havre
und gründete bis 1966 in Frankreich und im Ausland insgesamt 20 Werke,
die bis dahin die Bauteile für Häuser mit ca. 80.000 Wohnungen
fertigten.[7]
Das größte dieser Werke entstand im lothringischen Forbach, Ortsteil
Marienau, das von 1953 bis 1982 betrieben wurde und wo die
Serienproduktion der Großtafel-Bauelemente weitgehend automatisiert
erfolgte.[8} Dazu verband sich Raymond Camus mit dem Bauunternehmer Fred
Dietsch aus Saargemünd[9] und gründete 1955[22] das Unternehmen
Société
Camus-Dietsch Constructeurs.[10] Die Wahl des Standorts Forbach
ist auf den ersten Großauftrag zurückzuführen den Bau von 2.500
Wohnungen für Bergleute. für Grubenarbeiter in Nord-Lothringen.[10],[11]
Aufgrund nachlassender Nachfrage und gestiegener Anforderungen an die
Wärmedämmung musste die Firma Camus-Dietsch 1982 Insolvenz anmelden[12],
am 18. Februar 1982 wurde die Produktion eingestellt.[8] Die Liquidation
der Fa.
Camus-Dietsch Constructeurs erfolgte jedoch erst am 15.
Dezember 1995.[22]
Die Gebäude des früheren Werks im Forbacher Gewerbegebiet am Ende der
Rue d’Emmersweiler sind heute zumindest teilweise noch vorhanden und
werden z.B. als Lagerhalle genutzt.
|
Abb. 10.4.8: Gebäude der
Fa. Camus-Dietsch in Forbach-Marienau (Aufnahme von 2026)
|

Abb. 10.4.9.: ehemalige Produktionshalle der Fa.
Camus-Dietsch in Forbach-Marienau (Aufnahme von 2026) |
Die Serienproduktion der Bauelemente und die Montage zeigt das Video
(ohne Ton) Constructions industrielles Camus - Economie
et techniques françaises, ohne Ton, 1962, Länge 06:57
[33]
Ein- und Zweifamilienhäuser
Bereits in der Anfangszeit in Le Havre baute Camus zweistöckige
Einfamilienhäuser in den Ortsteilen Harfleur und Rouelles.[6] Der Bau
von kleineren Wohnhäusern mit Betonfertigteilen erfolgte überwiegend
in Frankreich. Anfang der 1960er Jahre gelang eine Expansion des
Verbreitungsgebiets hauptsächlich ins vom Werk in Forbach nur wenige
Kilometer entfernt liegende Saarland. Allein in Überherrn wurden in
den Jahren 1963 bis 1968 509 Wohneinheiten in Form von ein- und
zweigeschossigen Hof-, Winkel- und Reihenhäusern gebaut.[12] Bedeutend
für die Erschließung des deutschen Marktes war eine
Fertighausausstellung mit Einfamilien-Musterhäusern auf dem
Saarbrücker Eschberg vom 1. bis 30. September 1964.[12] Die Planung
und Vermarktung der Häuser übernahm ein Team Saarbrücker Architekten,
die später in die Gesellschaft für Bauplanung und internationale
Cooperation (INCOPA) überging.[12]
Die Häuser aus den 1960er und 1970er Jahren entsprechen nicht mehr den
heutigen Standards. Dass eine energetische Sanierung möglich ist und
dabei die charakteristische Erscheinung zu erhalten, zeigt das
Beispiel der Sanierung eines Camus-Dietsch Fertigteil-Bungalows Typ B
120 auf dem Saarbrücker Scheidterberg. Das Projekt wurde dafür mit
einem Sonderpreis des Saarländischen Denkmalpflegepreis 2023
ausgezeichnet.[15], [16]
Geschosswohnungsbau in Plattenbauweise und Großsiedlungen
Lizenzvergabe und Plattenbauten im Ostblock
Bereits 1956 schloss Camus mit der Sowjetunion einen Vertrag über den
Technolgietransfer und für die Ausrüstung von zwei Fabriken für die
Herstellung der Beton-Großtafel-Bauelemente für den
Geschoss-Wohnungsbau.[6]
Die Lizenzen wurden weltweit, d.h., auch in andere Staaten verkauft,
überwiegend jedoch in den damaligen Ostblock, wo dort das System Camus
den regionalen Besonderheiten und Baunormen angepasst und
weiterentwickelt wurde.[5] So gelangte im Besonderen das in der
Sowjet-Union weiterentwickelte System der fabrikmäßig vorgefertigten
Großtafel-Bauelemente schließlich in andere Ostblockstaaten und wurde
damit die Grundlage für die Plattenbau-Siedlungen. [12]
Aufgrund politischer Vorgaben zur Eindämmung der Wohnungsnot erfuhr
der Plattenbau ab Ende der 1960er Jahre in Polen (System W-70) und in
der DDR (System WBS 70) einen enormen Aufschwung.[5] In der DDR gab es bis zu 57 Plattenwerke
[5], zwischen 1958 und 1990 wurden ca. 2,17 Mio. Neubauwohnungen
geschaffen, davon ca. 1,46 Mio. in Großtafel-Bauweise und 0,71
Mio. mit kleinteiligeren Beton-Fertigbauteilen. [13]
Beispiele für Lizenzvergabe in Deutschland und Österreich
Als Beispiele für die Vergabe von Lizenzen für das Camus-System
international in westliche Ländern[1] seien hier aufgeführt:[17]
- Montagebau Thiele GmbH & Co., Hamburg
- Strabag-Bau, Berlin
- Montagebau Wien Gesellschaft m.b.H [14], s.a. weiter unten
unter „Ausgewählte Plattenbau-Großsiedlungen in West-Europa (System
Camus)“
Ausgewählte Plattenbau-(Groß-)siedlungen in West-Europa (System
Camus)
- Großraum Paris:
- Saint-Germain-en-Laye:
SHAPE-Village für die Offiziere des Hauptquartiers der in Europa
stationierten alliierten Streitkräfte, 163 Wohnungen im System Camus
(Fa. Raymond Camus et Compagnie) von insgesamt 263 Wohnungen,
1951/52, Architekt Jean Dubuisson [18],[19]
- Nanterre,
Boulogne-Billancourt, Clichy-la-Garenne, Bagnolet: Staatliches
Wohnungsbauprogramm „4000 logements de la région parisienne“,
1950-1957 [20]
- Lothringen:
- Farébersviller:
1.635 Wohnungen, erbaut in den Jahren 1955–56 für die
„Houillères du Bassin de Lorraine“ (HBL), ~ lothringische
Kohlengruben, staatliches Unternehmen) [21]
- Behren-les-Forbach: 2.640 Wohnungen [12]
- Freyming-La Chapelle: 1.068 Wohnungen [12]
•
Folsterhöhe
(Saarbrücken):[23], [24], [25], [26]
9 Wohngebäude, gebaut 1962-1965 gebaut,
Bauherr: Saarbrücker gemeinnützige Siedlungsgesellschaft;
insgesamt ca. 1.000 Wohnungen im sozialen Wohnungsbau
- ein Punkthochhaus mit 16 Wohnetagen
- 2 Hochhäuser mit je 13 Wohnetagen
- 2 Gebäude mit je 9 Wohnetagen
- 4 Gebäude mit je 6 Wohnetagen
•
Wien: [14], [27]
Großfeldsiedlung in Wiens 21. Bezirk,
Wohnanlage auf den Trabrenngründen im 22. Bezirk, Per Albin
Hansson-Siedlung Ost in Wien-Favoriten; alle errichtet von September
1961 bis Mitte der 1970er Jahre von der Montagebau Wien Ges.m.b.H nach
dem System Camus; die Produktionsstätten der Großtafel-Bauelemente
lagen in der Nähe der zu errichtenden Wohngebäude
Ausgewählte Plattenbau-(Groß-)siedlungen im ehemaligen Ostblock
Wie zuvor erwähnt, handelt es sich bei den Plattenbauten im Ostblock
um angepasste und weiterentwickelte Systeme. Außer einzelne
Geschosswohnungsbauten an Dorfrändern, in Kleinstädten und in der
Innenstadt von Großstädten entstanden meist neue Großsiedlungen in
wesentlich höheren Ausmaß als in Westeuropa. [30]
Sowjetunion:
- Sog. Chruschtschowkas (Chruschtschowki), auf
Initiative des damaligen sowjetischen Regierungschefs Nikita
Chruschtschow in den 1950er und 1960er Jahren zuerst in Moskau, dann
in der gesamten Sowjetunion errichtet; die Bezeichnung entstammt dem
Volksmund [27],[28],[29]
DDR
Schon 1955 wurde in der DDR eine
Typisierung und Standardisierung im Geschosswohnungsbau beschlossen.
Diese führte dann ab den 1970er Jahren zum bekannten Wohnbausystem
70 (WBS 70)[1],[5]. Grundlage waren standardisierte
Grundrisse für 1- bis 5-Raum-Wonungen.[30]
Eine Bestandsaufnahme
im Jahr 1991 ergab die Anzahl von 125 Großsiedlungen mit jeweils
mehr als 2.500 Wohneinheiten.[30]
Ausgewählte Siedlungen [1], [5], [30], [31], [32]
• Berlin-Johannisthal
(1953, Experimentalbauten)
• Neu-Hoyerswerda (1955-1957) mit dem ersten
vollmechanisierten Großplattenwerk der DDR
• Dresden-Striesen (1955/56)
• Gera (1956)
• Magdeburg (1956)
• Berlin-Karlshorst (1956/57)
• Halle-Neustadt (ab 1964) mit 94.000 Einwohnern
(1985); Die Hauptbauten entstanden ab 1970 in hybrider
Allbeton-Technik, wobei anders als bei der im Ostblock
weiterentwickelte, auf dem System Camus basierenden
Voll-Plattenbautechnik, tragende Wände und Decken mit Ortbeton
hergestellt wurden.
ab 1965:
- Berlin-Marzahn (1976-88), ca. 135.000 Einwohner
- Eisenhüttenstadt (städtische Neuanlage)
- Schwedt/Oder
- Rostock-Lütten
- Erfurt
- Cottbus
- Leipzig-Grünau (1976-88), ca. 100.000 Einwohner

Abb. 10.4.10: Baustelle mit Portalkran in
Hoyerswerda-Neustadt, ca. 1959, Foto von Heinz Nagel
Quelle: Deutsche Fotothek (Digitalisat der Sächsischen
Landesbibliothek) - © Deutsche Fotothek / Heinz Nagel
Technik
des Plattenbaus
Die Hauptelemente des Plattenbaus umfassten Außenwand-,
Innenwand- und Deckenplatten sowie auch Treppenfertigteile.
Hinzu kamen separat angefertigte Sanitärkabinen. Die
Installationsleitungen und Anschlussarmierungseisen zu
Nachbarplatten waren integriert.
Bauverfahren
- Planung, Entwurf, Konstruktion
- fabrikmäßige Vorfertigung der Bauteile
- an zentralen Standorten oder
- baustellennah (insbesondere bei Großsiedlungen im
ehemaligen Ostblock)
- Transport zur Baustelle
- Montage
- Aufbau der Bauteile mit Hilfe von Kränen
- Verbindung der Bauteile (Ortbeton, Schweißen)
- Ausbau (Wasser/Abwasser, Heizung, Gas, Elektrik,
Sanitärobjekte, Einsetzen der Fenster, Innenausbau)
weitere Infos: [17], [33], [34]
Abb 10.4.11 (rechts):
Großtafel an der ehemalige Produktionshalle der Fa.
Camus-Dietsch in Forbach-Marienau (Aufnahme von 2026)
|

|
Block-, Streifen, Großtafel-Bauweise [13]
Die Bauelemente der verschiedenen Bauweisen unterscheiden sich durch
Größe, Eigengewicht/Laststufe und Integrationsgrad. Bauteile des
System Camus und von Derivaten sind Großtafeln.

|

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Blockbauweise
Laststufe (Größenordnung): ∼ 0,5 ... 1 t
|
Blockbauweise |

|

|
Streifen-Bauweise
(Ausschnitt über 2 Etagen)
Laststufe (Größenordnung): ∼ 2 t |
Großtafel-Bauweise
Laststufe (Größenordnung): ∼ 3,5 ... 7 t |
Abb.: 10.4.12 Unterscheidung der Bauweisen mit fabrikmäßig
vorgefertigten Betonfertigbau-Elementen nach [13]
Gesellschaftliche Bedeutung des Plattenbaus im Wandel
Nach dem 2. Weltkrieg bestand besonders in Deutschland
insbesondere in weitgehend zerstörten Städten und durch Millionen von
Flüchtlingen eine große Wohnungsnot. Die vorhandenen Altbauten waren
einfach ausgestattet - meist ohne Bad, ohne Zentralheizung und ohne
fließendem Warmwasser, von Famlienfremden mitbenutzte Toilette außerhalb
der Wohnung. Auch in anderen Ländern führte die fortschreitende
Industrialisierung und einer Landflucht infolgedessen sowie der Wunsch
nach größeren und besser ausgestatteten Wohnung zu einem hohen Bedarf an
Neubauten. Kostengünstige und verhältnismäßig rasche Abhilfe konnten
Geschossbauten mit Betonfertigteilen schaffen. [1],[5],[12],[28],[34]
Ab Anfang bis Mitte der 1950er Jahren wurden im Ostblock im Rahmen der
5-Jahresplanung entsprechende Wohnbauprogramme beschlossen. In der DDR
wurde unter Honecker mit der Vorgabe, bis 1990 die Wohnungsnot zu
beseitigen, ein Höhepunkt erreicht und führte zu Großsiedlungen in oder
am Rande der Städte. Die Umsetzung der Planungen wurden durch die
zentralistischen Strukturen im Ostblock begünstigt. [5],[34]
Die Plattenbau-Geschosswohnungsbau-Projekte im Westen fielen wesentlich
kleiner aus als im Osten. Auftraggeber waren kommunale
Wohnungsbaugesellschaften im sozialen Wohnungsbau.[30], [34]
In Ost und West waren die neu errichteten Bauten äußerst begehrt. Die
Wohnungen waren im Gegensatz zu den meisten Altbauten mit Zentralheizung
ausgestattet oder an das Fernwärmenetz angeschlossen, hatten Küche und
Bad mit fließend warmen Wasser, das Bad eine Badewanne und eine
Toilette, im Haus gab es Müllschlucker und Aufzug. Die Zuteilung einer
modernen Wohnung galt als Glücksfall, die Wohnverhältnisse wurden
teilweise als paradiesisch beschrieben.[26],[30], [31]
1990 wohnte jeder 3. DDR-Bürger in einem Plattenbau – im Gegensatz zu
nur jedem sechzigsten im Westen.[36], [37]
Im Wohnungsbestand der ehemaligen DDR 1990 von insgesamt 6,35 Mio.
Wohnungen zählten 2,172 Mio. oder 34 % zu den in seit 1955
Plattenbautechnik errichteten. Die Angabe für die DDR umfasst alle
Wohnungen in industriell errichteten Mehrfamilienhäusern (Streifen-,
Block- und Plattenbau). In der strengeren Bedeutung des Begriff
Plattenbau reduziert sich die Quote von 34 % auf 23 % [30]
Im Osten wurden die Plattenbauwohnungen staatlich gelenkt bevorzugt an
junge Familien vergeben. Aufgrund der vergleichsweise geringen
Verdienstspanne zwischen Arbeitern und Akademikern besaß der soziale
Hintergrund der Antragsteller jedoch keine Priorität, so dass sich bei
der Bewohnerstruktur ein Abbild der Bevölkerungsstruktur
ergab.[30],[37],[38]
*************
wird fortgesetzt
Nach der sog. Wende 1989 änderte sich in
der ehemaligen DDR die Sozialstruktur in den Plattenbauten
erheblich. Besserverdienende mit höher qualifizierten
Berufsabschlüssen, Einkommensschwache, Migranten und Flüchtlinge
zogen nach oder es kam zum Leerstand.[38],[30] Einhergehend mit dem
Niedergang der Industrie in der DDR führte diese Segregation zu
sozialen Brennpunkten.[30]
heute soziale Brennpunkte, Plattenbauten werden teilweise wieder
abgerissen
Frankreich Banlieues
Dudweiler . Auf den Kitten1
Kulturgeschichtliche Bedeutung
Denkmalschutz Terlau S. 1
„Betonzeitschiene“ - micromuseum für Plattenbau in
Dresden-Johannstadt1: Auf dem Gelände eines ehemaligen
Großtafelwerks entstand 2007 eine Freiluft-Ausstellung von typischen
Bauelementen mit Infostelen zur Werksgeschichte Außerdem wurde das
Gelände Kunstinstallationen genutzt. 2007 musste das Gelände nach
dem Laufzeitende des Nutzungsvertrags geräumt werden.
In der Sonderausstellung "Platte Ost / West" im Dresdner Stadtmuseum
werden Wohnen und Bauen in Großtafelbauweise in Ost- und
Westdeutschland gegenübergestellt (Laufzeit 28. Februar — 29.
November 2026).2
1990-er Jahre: Neubau – und Abriss (in F):
https://meinfrankreich.com/plattenbau-in-frankreich/
Quellen:
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75 Jahre Großtafelbauweise. In: Geschichte und Zukunft des
industriellen Bauens, Beiträge zur Regionalgeschichte des
Heimatverein Marzahn-Hellersdorf e.V., 2001
- N.N.: Traum von der Stange. In: Der Spiegel 16/1962
vom 18.04.1962
- Funk, Christine: Hochhaus-Siedlung mitten im Grünen. In:
Saarbrücker Zeitung vom 16. Juli 2024, S. C2
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BnF (Bibliothèque nationale de France);
online
- Kamińska, Magdalena: Platte ist nicht gleich Platte.
Interdisciplinary Polish Studies, Vol. 10, Harrassowitz Verlag,
Wiesbaden, 2022
- Solopova, Natalya: Raymond Camus’ First Building Sites in Le
Havre, 1949–1953 – A Testing Ground Before Conquering the World.
In: TEMA (Technologies, Engineering, Materials and
Architecture), Vol. 11, No. 1 (2025)
- Wald, Hildegard u. Klein, Heinz-Peter (Hrsg.): 100 Jahre
Saarbrücker gemeinnützige Siedlungsgesellschaft. Edition
Architektur und Kultur, Saarbrücken 2020. ISBN 978-3-9820631-3-3
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Frankreich
- Todesanzeige Fred DIETSCH. In: Le Républicain Lorraine vom 30.
November 2016, S. 14
- Alonso, Pedro Ignacio u. Palmarola, Hugo: Paneles voladores:
Cómo los paneles de hormigón cambiaron el mundo. Ediciones UC,
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- Buss, Silvia: Das Saarland, „ein gelobtes Land des neuen
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hrsg. vom Institut für Erhaltung und Modernisierung von
Bauwerken e.V. (IEMB). Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau,
Stuttgart, IRB-Verlag, Stuttgart , 1996 - ISBN 3-8167-4125-8
- Delort-Laval, Constanzia: Großwohnsiedlungen der Stadt Wien -
Juwelen der späten Nachkriegsmoderne. Diplomarbeit an der
Technischen Universität Wien, 6. November 2019
- Camus-Dietsch Typenbungalow. Informationen und Fotos zur
Sanierung eines Camus-Dietsch Fertigteil-Bungalows Typ B 120 in
Saarbrücken-Scheidterberg auf den "baubar"-Internetseiten der Architekten
Carsten Diez und Igor Torres
- 10. Saarländischer Denkmalpflegepreis verliehen.
Informationen auf den Internet-Seiten des saarländischen
Landesdenkmalamtes, 30.11.2023
- Oberngruber, Anita: Plattenbau- Evaluierung einer
stigmatisierten Fertigteilbauweise unter konstruktiver
Betrachtung. Diplomarbeit an der Technischen Universität
Wien, Fakultät für Bauingenieurwesen, 2016
- Informationen über Dubuisson, Jean (1914-2011) / SHAPE
Village, Saint-Germain-en-Laye (Yvelines) auf den Internetseiten des Centre d'archives
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Dubuisson auf Internetseiten archinform.net
- Opération des 4000 logements de la région parisienne auf
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Édition Novembre 2014, PDF-Dokument auf den Internetseiten der Ville de
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liquidation du 15 décembre 1995,
PDF-Dokument verfügbar auf den Internetseiten Société SAS
- Funk, Christine: Hochhaus-Siedlung mitten im Grünen. In:
Saarbrücker Zeitung vom 16. Juli 2024, S. C2
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Saarbrücker Zeitung vom 23. Februar 2021, S. C3
- Stadtteilentwicklungskonzept - Quartiersentwicklung
Folsterhöhe. Hrsg. von Oberbürgermeisterin der
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- Verschiedene Artikel in der Zeitung Wolkenkratzer -
Zeitung für die Folsterhöhe, Sonderausgabe Juli 2004, hrsg. v.
Kontaktzentrum Folsterhöhe des Caritasverbandes für Saarbrücken und
Umgebung e.V.,
- Seiß, Reinhard: Wohnraum aus der Fabrik. In: Wiener
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- Rüthers, Monica: Chruschtschowki – die Geburt der „Platte“
auf den Internetseiten
der dekoder gGmbH
- Künzel, Tino: Die „Chruschtschowka“: Russlands erster
Plattenbau hat ausgedient auf den Internetseiten der Moskauer Deutsche Zeitung
- Hannemann, Christine: Die Platte: Industrialisierter
Wohnungsbau in der DDR – Verlag Hans Schiler Berlin, 3.
Auflage 2005, ISBN 3-89930-104-8; online als PDF
- Plattenbauten in der DDR auf den Internetseiten „zeitklicks.de“
- Topfstedt, Thomas: Wohnen und Städtebau in der DDR. In:
Flagge, Ingeborg (Hrsg.): Geschichte des Wohnens, Bd.5, 1945 bis
heute, Aufbau, Neubau, Umbau. Deutsche Verlags-Anstalt DVA,
Stuttgart, 2. 1999, ISBN 978-3421031150
- Video: Constructions industrielles Camus; Economie et
techniques françaises, 1962;
auf den Internetseiten des französischen Institut
national de l'audiovisuel (INA)
- Palzer, Ulrich et al. (IAB – Institut für Angewandte Bauforschung
Weimar gGmbH): Einfluss von typisierten und vorgefertigten
Bauteilen oder Bauteilgruppen auf die Kosten von Neubauten und
Bestandsmodernisierungen -
Abschlussbericht.
- Video "Platte an Platte", ein Video aus der Serie
Plattenfakten auf den Internetseite des Mitteldeutschen Rundfunks
(MDR Fernsehen, 13.10.2011, 19:44 h); online nicht mehr verfügbar
- Video „Sonderausstellung zum Leben im Plattenbau in Dresden“
im MDR-Sachsenspiegel, 28.02.2026;
online verfügbar bis 28.02.2027
- Richter, Peter: Der Plattenbau als Krisengebiet.
Dissertation an der Universität Hamburg, 2006
- Vohrer, Inga: Nachhaltige Nutzung von Wohnimmobilien in
Fertigteilbauweise unter Berücksichtigung des demographischen
Wandels. Bachelorarbeit an der Hochschule Mittweida, 2011
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