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10 Städtebauliche Entwicklung und Wohnen

10.4.5 Exkurs: Plattenbau nach dem System Camus

Die Ursprünge des Bauens mit vorgefertigten Fertigbauelementen liegen zwar in der Zeit Ende des 19. Jahrhundert, der weltweite Durchbruch mit weiterentwickelten Systemen erfolgte jedoch erst nach Ende des zweiten Weltkriegs. Das System Camus nahm dabei eine herausragende Stellung ein. Lizenzvergaben, insbesondere in den damaligen Ostblock spielten dabei eine wichtige Rolle.[1] In den osteuropäische Ländern wurden die Bauteile und die Bauweise angepasst und weiterentwickelt. In dieser Bauweise entstanden teilweise ganze Stadtteile mit bis zu 135.000 Einwohnern neu.[1]
Die Firma Camus-Dietsch fertigte 1949 von 1982 bis Beton-Großtafel-Bauelemente für den Hausbau, die in Fabriken in Serienproduktion nach einem patentierten Verfahren vorgefertigt wurden. Die Betonteile mussten wie bei Fertigbauelementen aus anderen Materialien wie insbesondere auf Holzbasis vor Ort nur noch zusammengefügt und verbunden werden. Dadurch und durch weitgehende Standardisierung und Typisierung ergaben sich eine enorme Zeit- und Kostenersparnis.
Während auf dem Rastpfuhl nur ein- oder zweigeschossige Ein- bzw. Mehrfamilienhäuser zu finden sind (vgl. Kap. 10.4.2 Bebauung Pasteurschacht), ist die Firma vor allem durch den Geschosswohnungsbau bekannt geworden.
Noch im Jahr 1957 hielt man Fertigbauteile für den Geschosswohnungsbau für ungeeignet[2], was aber spätestens Mitte der 1960er Jahre durch den Bau von bis zu 18-geschossigen Hochhäusern nach dem System Camus widerlegt wurde.[3]

Geschichte der Fa. Camus Dietsch
Inspiriert durch die Automobil-Serienfertigung bei seiner Beschäftigung bei Citroën, entwickelte der Bauingenieur Raymond Camus (* 10. April 1911 in Le Havre, † 24. Januar 1980 in Paris [4]) ein System für die Herstellung von Beton-Fertigteilen für den Hausbau[5} . Das von ihm 1948 beantragte Patent wurde ihm 1952 erteilt.[6]
Im September 1949 mietete Camus im Hafengelände von Le Havre eine leerstehende Lagerhalle und konnte schon drei Monate danach die Produktion von Beton-Fertigteilen anlaufen lassen. Anfang Mai 1950 begann nach dem Vorliegen der notwendigen Genehmigungen der Bau eines ersten dreigeschossigen Wohn- und Geschäftshauses in Le Havre. Bis 1953 folgten weitere mehrgeschossige Häuser in Le Havre und Umgebung.[6]
Aufgrund des Erfolgs des Wohnungsbausystems Procédé Camus, das insbesondere auf den kurzen Bauzeiten beruhte, verließ Camus Le Havre und gründete bis 1966 in Frankreich und im Ausland insgesamt 20 Werke, die bis dahin die Bauteile für Häuser mit ca. 80.000 Wohnungen fertigten.[7]
Das größte dieser Werke entstand im lothringischen Forbach, Ortsteil Marienau, das von 1953 bis 1982 betrieben wurde und wo die Serienproduktion der Großtafel-Bauelemente weitgehend automatisiert erfolgte.[8} Dazu verband sich Raymond Camus mit dem Bauunternehmer Fred Dietsch aus Saargemünd[9] und gründete 1955[22] das Unternehmen Société Camus-Dietsch Constructeurs.[10] Die Wahl des Standorts Forbach ist auf den ersten Großauftrag zurückzuführen, den Bau von 2.500 Wohnungen für Bergleute. für Grubenarbeiter in Nord-Lothringen.[10],[11]
Aufgrund nachlassender Nachfrage und gestiegener Anforderungen an die Wärmedämmung musste die Firma Camus-Dietsch 1982 Insolvenz anmelden[12], am 18. Februar 1982 wurde die Produktion eingestellt.[8] Die Liquidation der Fa. Camus-Dietsch Constructeurs erfolgte jedoch erst am 15. Dezember 1995.[22]
Die Gebäude des früheren Werks im Forbacher Gewerbegebiet am Ende der Rue d’Emmersweiler sind heute zumindest teilweise noch vorhanden und werden z.B. als Lagerhalle genutzt.

Camus-Dietsch Forbach-Marienau
Abb. 10.4.8: Gebäude der Fa. Camus-Dietsch in Forbach-Marienau (Aufnahme von 2026)
ehemalige Produktionshalle der Fa. Camus-Dietsch in Forbach-Marienau
Abb. 10.4.9.:
ehemalige Produktionshalle der Fa. Camus-Dietsch in Forbach-Marienau (Aufnahme von 2026)

Die Serienproduktion der Bauelemente und die Montage zeigt das Video Constructions industrielles Camus - Economie et techniques françaises, ohne Ton, 1962, Länge 06:57 [33]

Ein- und Zweifamilienhäuser
Bereits in der Anfangszeit in Le Havre baute Camus zweistöckige Einfamilienhäuser in den Ortsteilen Harfleur und Rouelles.[6] Der Bau von kleineren Wohnhäusern mit Betonfertigteilen erfolgte überwiegend in Frankreich. Anfang der 1960er Jahre gelang eine Expansion des Verbreitungsgebiets hauptsächlich ins vom Werk in Forbach nur wenige Kilometer entfernt liegende Saarland. Allein in Überherrn wurden in den Jahren 1963 bis 1968 509 Wohneinheiten in Form von ein- und zweigeschossigen Hof-, Winkel- und Reihenhäusern gebaut.[12] Bedeutend für die Erschließung des deutschen Marktes war eine Fertighausausstellung mit Einfamilien-Musterhäusern auf dem Saarbrücker Eschberg vom 1. bis 30. September 1964.[12] Die Planung und Vermarktung der Häuser übernahm ein Team Saarbrücker Architekten, die später in die Gesellschaft für Bauplanung und internationale Cooperation (INCOPA) überging.[12]
Die Häuser aus den 1960er und 1970er Jahren entsprechen nicht mehr den heutigen Standards. Dass eine energetische Sanierung möglich ist und dabei die charakteristische Erscheinung erhalten bleiben kann, zeigt das Beispiel der Sanierung eines Camus-Dietsch Fertigteil-Bungalows Typ B 120 auf dem Saarbrücker Scheidterberg. Das Projekt wurde dafür mit einem Sonderpreis des Saarländischen Denkmalpflegepreis 2023 ausgezeichnet.[15], [16]

Geschosswohnungsbau in Plattenbauweise und Großsiedlungen
Lizenzvergabe und Plattenbauten im Ostblock

Bereits 1956 schloss Camus mit der Sowjetunion einen Vertrag über den Technolgietransfer und für die Ausrüstung von zwei Fabriken für die Herstellung der Beton-Großtafel-Bauelemente für den Geschoss-Wohnungsbau.[6]
Die Lizenzen wurden weltweit, d.h., auch in andere Staaten verkauft, überwiegend jedoch in den damaligen Ostblock, wo dort das System Camus den regionalen Besonderheiten und Baunormen angepasst und weiterentwickelt wurde.[5] So gelangte im Besonderen das in der Sowjet-Union weiterentwickelte System der fabrikmäßig vorgefertigten Großtafel-Bauelemente schließlich in andere Ostblockstaaten und wurde damit die Grundlage für die Plattenbau-Siedlungen. [12]
Aufgrund politischer Vorgaben zur Eindämmung der Wohnungsnot erfuhr der Plattenbau ab Ende der 1960er Jahre in Polen (System W-70) und in der DDR (System WBS 70) einen enormen Aufschwung.[5]  In der DDR gab es bis zu 57 Plattenwerke [5], zwischen 1958 und 1990 wurden ca. 2,17 Mio. Neubauwohnungen geschaffen, davon ca. 1,46 Mio. in Großtafel-Bauweise und 0,71 Mio. mit kleinteiligeren Beton-Fertigbauteilen. [13]

Beispiele für Lizenzvergabe in Deutschland und Österreich
Als Beispiele für die Vergabe von Lizenzen für das Camus-System international in westliche Ländern[1] seien hier aufgeführt:[17]
- Montagebau Thiele GmbH & Co., Hamburg
- Strabag-Bau, Berlin
- Montagebau Wien Gesellschaft m.b.H [14],  s.a. weiter unten unter „Ausgewählte Plattenbau-Großsiedlungen in West-Europa (System Camus)“

Ausgewählte Plattenbau-(Groß-)siedlungen in West-Europa (System Camus)

    • Folsterhöhe (Saarbrücken):[23], [24], [25],[25a], [26]
9 Wohngebäude, gebaut 1962-1965 gebaut, Bauherr: Saarbrücker gemeinnützige Siedlungsgesellschaft;
insgesamt ca. 1.000 Wohnungen im sozialen Wohnungsbau
- ein Punkthochhaus mit 16 Wohnetagen
- 2 Hochhäuser mit je 13 Wohnetagen
- 2 Gebäude mit je 9 Wohnetagen
- 4 Gebäude mit je 6 Wohnetagen

    • Wien: [14], [27]
Großfeldsiedlung in Wiens 21. Bezirk, Wohnanlage auf den Trabrenngründen im 22. Bezirk, Per Albin Hansson-Siedlung Ost in Wien-Favoriten; alle errichtet von September 1961 bis Mitte der 1970er Jahre von der Montagebau Wien Ges.m.b.H nach dem System Camus; die Produktionsstätten der Großtafel-Bauelemente lagen in der Nähe der zu errichtenden Wohngebäude


Ausgewählte Plattenbau-(Groß-)siedlungen im ehemaligen Ostblock
Wie zuvor erwähnt, handelt es sich bei den Plattenbauten im Ostblock um angepasste und weiterentwickelte Systeme. Außer einzelne Geschosswohnungsbauten an Dorfrändern, in Kleinstädten und in der Innenstadt von Großstädten entstanden meist neue Großsiedlungen in wesentlich höheren Ausmaß als in Westeuropa. [30]

Sowjetunion:

DDR
Schon 1955 wurde in der DDR eine Typisierung und Standardisierung im Geschosswohnungsbau beschlossen. Diese führte dann
ab den 1970er Jahren zum bekannten  Wohnbausystem 70 (WBS 70)[1],[5]. Grundlage waren standardisierte Grundrisse für 1- bis 5-Raum-Wonungen.[30]
Eine
Bestandsaufnahme im Jahr 1991 ergab die Anzahl von 125 Großsiedlungen mit  jeweils  mehr  als  2.500  Wohneinheiten.[30] 

Ausgewählte Siedlungen [1], [5], [30], [31], [32]

    • Berlin-Johannisthal (1953, Experimentalbauten)
    • Neu-Hoyerswerda (1955-1957) mit dem ersten vollmechanisierten Großplattenwerk der DDR
    • Dresden-Striesen (1955/56)
    • Gera (1956)
    • Magdeburg (1956)
    • Berlin-Karlshorst (1956/57)
    • Halle-Neustadt (ab 1964) mit 94.000 Einwohnern (1985); Die Hauptbauten entstanden  ab 1970 in hybrider Allbeton-Technik, wobei anders als bei der im Ostblock weiterentwickelte, auf dem System Camus basierenden Voll-Plattenbautechnik, tragende Wände und Decken mit Ortbeton hergestellt wurden.

ab 1965:

BaustelleHoyerswerda
Abb. 10.4.10: Baustelle mit Portalkran in Hoyerswerda-Neustadt, ca. 1959, Foto von Heinz Nagel
Quelle:  Deutsche Fotothek (Digitalisat der Sächsischen Landesbibliothek) - © Deutsche Fotothek / Heinz Nagel


Technik des Plattenbaus
Die Hauptelemente des Plattenbaus umfassten Außenwand-, Innenwand- und Deckenplatten sowie auch Treppenfertigteile. Hinzu kamen separat angefertigte Sanitärkabinen. Die Installationsleitungen und Anschlussarmierungseisen zu Nachbarplatten waren integriert.

Bauverfahren
  1. Planung, Entwurf, Konstruktion
  2. fabrikmäßige Vorfertigung der Bauteile
    - an zentralen Standorten oder
    -  baustellennah (insbesondere bei Großsiedlungen im ehemaligen Ostblock)
  3. Transport zur Baustelle
  4. Montage
    - Aufbau der Bauteile mit Hilfe von Kränen
    - Verbindung der Bauteile (Ortbeton, Schweißen)
  5. Ausbau (Wasser/Abwasser, Heizung, Gas, Elektrik, Sanitärobjekte, Einsetzen der Fenster, Innenausbau)

weitere Infos: [17], [33], [34]









Abb 10.4.11 (rechts):
Großtafel an der ehemalige Produktionshalle der Fa. Camus-Dietsch in Forbach-Marienau (Aufnahme von 2026)

Camus-Großtafel


Block-, Streifen, Großtafel-Bauweise [13]
Die Bauelemente der verschiedenen Bauweisen unterscheiden sich durch Größe, Eigengewicht/Laststufe und Integrationsgrad. Bauteile des System Camus und die von Derivaten gehören zur Kategorie Großtafeln.

BlockbauweiseBlockbauweise (Foto)

Blockbauweise Laststufe (Größenordnung): ~ 0,5 ... 1 t
Streifenbauweise    Streiifen-Bauweise (Ausschnitt über 2 Etagen)
    Laststufe (Größenordnung): ~ 2 t
Großtafelbauweise   Großtafel-Bauweise
  
Laststufe (Größenordnung): ~ 3,5 ... 7 t

Abb.: 10.4.12
Unterscheidung der Bauweisen mit fabrikmäßig vorgefertigten Betonfertigbau-Elementen nach [13]


Gesellschaftliche Bedeutung des Plattenbaus im Wandel
1950er bis 1980er Jahre
Nach dem 2. Weltkrieg  bestand besonders in Deutschland insbesondere in weitgehend zerstörten Städten und durch Millionen von Flüchtlingen eine große Wohnungsnot. Die vorhandenen Altbauten waren einfach ausgestattet - meist ohne Bad, ohne Zentralheizung und ohne fließendem Warmwasser, von Famlienfremden mitbenutzte Toilette außerhalb der Wohnung. Auch in anderen Ländern führte die fortschreitende Industrialisierung und einer Landflucht infolgedessen sowie der Wunsch nach größeren und besser ausgestatteten Wohnung zu einem hohen Bedarf an Neubauten. Kostengünstige und verhältnismäßig rasche Abhilfe konnten Geschossbauten mit Betonfertigteilen schaffen. [1],[5],[12],[28],[34]
Ab Anfang bis Mitte der 1950er Jahren wurden im Ostblock im Rahmen der 5-Jahresplanung entsprechende Wohnbauprogramme beschlossen. In der DDR wurde unter Honecker mit der Vorgabe, bis 1990 die Wohnungsnot zu beseitigen, ein Höhepunkt erreicht und führte zu Großsiedlungen in oder am Rande der Städte. Die Umsetzung der Planungen wurden durch die zentralistischen Strukturen im Ostblock begünstigt. [5],[34]
Die Plattenbau-Geschosswohnungsbau-Projekte im Westen fielen wesentlich kleiner aus als im Osten. Auftraggeber waren kommunale Wohnungsbaugesellschaften im sozialen Wohnungsbau.[30], [34]
In Ost und West waren die neu errichteten Bauten äußerst begehrt. Die Wohnungen waren im Gegensatz zu den meisten Altbauten mit Zentralheizung ausgestattet oder an das Fernwärmenetz angeschlossen, hatten Küche und Bad mit fließend warmen Wasser, das Bad eine Badewanne und eine Toilette, im Haus gab es Müllschlucker und Aufzug. Die Zuteilung einer modernen Wohnung galt als Glücksfall, die Wohnverhältnisse wurden teilweise als paradiesisch beschrieben.[26],[30], [31]
1990 wohnte jeder 3. DDR-Bürger in einem Plattenbau – im Gegensatz zu nur jedem sechzigsten im Westen.[36], [37]
Im Wohnungsbestand der ehemaligen DDR 1990 von insgesamt  6,35 Mio. Wohnungen zählten 2,172 Mio. oder 34 % zu den in seit 1955 Plattenbautechnik errichteten. Die Angabe für die DDR umfasst alle Wohnungen in industriell errichteten Mehrfamilienhäusern (Streifen-, Block- und Plattenbau). In der strengeren Bedeutung des Begriff Plattenbau reduziert sich die Quote von 34 % auf 23 % [30]
Im Osten wurden die Plattenbauwohnungen staatlich gelenkt bevorzugt an junge Familien vergeben. Aufgrund der vergleichsweise geringen Verdienstspanne zwischen Arbeitern und Akademikern besaß der soziale Hintergrund der Antragsteller jedoch keine Priorität, so dass sich bei der Bewohnerstruktur ein Abbild der Bevölkerungsstruktur ergab.[30],[37],[38]

Ab ca. den 1980er Jahren
Mit zunehmendem Wohlstand, im Ostblock insbesondere ab 1989 (sog. "Wende" in der DDR) änderte sich die Sozialstruktur erheblich.  Besserverdienende zogen in kleinere, oft als Eigentum erworbene Wohneinheiten um, Einkommensschwache, Migranten und Flüchtlinge zogen nach oder die Wohnungen standen leer. Die eingesetzte Segregation führte zur Bildung von sozialen Brennpunkten.[38], [30] Die Entwicklung fand dabei für alle Großsiedlungen mit Geschossbauten statt - unabhängig von der (Platten-)Bauweise.

Beispiele für soziale Brennpunkte und Maßnahmen
Grundsätzlich kommen zwei entgegengesetzte Maßnahmen in Frage, um die Situation der Brennpunkt-Siedlungen zu entschärfen. Zum einen wird eine Aufwertung der Gebäude insbesondere durch energetische Sanierung und durch infrastrukturelle Verbesserungen des Quartiers verfolgt, zum anderen werden als Radikalmaßnahme Teile der oder die ganze Siedlung abgerissen.

Beispiel für die Aufwertung eines Viertels:
Beispiele für (Teil-)Abrissse:
Wiederverwendung von Plattenbau-Elementen
Verschiedene Studien kamen zu dem Ergebnis, dass eine Demontage und Wiederverwendung ausgewählter Plattenbauelemente für kleinere Wohneinheiten möglich und sowohl ökonomisch als auch ökologisch vorteilhaft ist.[44], [45], [46] Bisher sind jedoch nur wenige Projekte bekannt geworden, aber keine weitere Verbreitung der erprobten Methoden.
Beispiele:
Kulturgut Plattenbauten
Seitens der Denkmalbehörden werden die Plattenbauten insbesondere in der ehemaligen DDR als Zeitzeugnis betrachtet. Einige der Bauten wurden unter Denkmalschutz gestellt. [50]
Beispiele:

In Dresden bestand in den Jahren 2002 bis 2007 ein Plattenbau-Museum, das unter dem Motto Betonzeitschiene stand.
Auf dem Gelände eines ehemaligen Großtafelwerks entstand 2007 eine Freiluft-Ausstellung von typischen Bauelementen mit Infostelen zur Werksgeschichte Außerdem wurde das Gelände Kunstinstallationen genutzt. 2007 musste das Gelände nach dem Laufzeitende des Nutzungsvertrags geräumt werden.[52]

In der Sonderausstellung "Platte Ost / West" im Dresdner Stadtmuseum werden Wohnen und Bauen in Großtafelbauweise in Ost- und Westdeutschland gegenübergestellt (Laufzeit 28. Februar — 28. Februar 2027) [53], [54]

   
Quellen:
  1. Terlau-Friemann, Dr. Karoline: Industrielles Bauen in Europa - 75 Jahre Großtafelbauweise. In: Geschichte und Zukunft des industriellen Bauens, Beiträge zur Regionalgeschichte des Heimatverein Marzahn-Hellersdorf e.V., 2001
  2.  N.N.: Traum von der Stange. In: Der Spiegel 16/1962 vom 18.04.1962
  3. Funk, Christine: Hochhaus-Siedlung mitten im Grünen. In: Saarbrücker Zeitung vom 16. Juli 2024, S. C2
  4. Eintrag im Catalogue général der französischen Nationalbibliothek BnF (Bibliothèque nationale de France);
    online
  5. Kami?ska, Magdalena: Platte ist nicht gleich Platte. Interdisciplinary Polish Studies, Vol. 10, Harrassowitz Verlag, Wiesbaden, 2022
  6. Solopova, Natalya: Raymond Camus’ First Building Sites in Le Havre, 1949–1953 – A Testing Ground Before Conquering the World. In: TEMA (Technologies, Engineering, Materials and Architecture),  Vol. 11, No. 1 (2025)
  7. Wald, Hildegard u. Klein, Heinz-Peter (Hrsg.): 100 Jahre Saarbrücker gemeinnützige Siedlungsgesellschaft. Edition Architektur und Kultur, Saarbrücken 2020. ISBN 978-3-9820631-3-3
  8. Camus-Dietsch, une destinée internationale. Informationen auf den Internetseiten der Marie de Forbach, Frankreich
  9. Todesanzeige Fred DIETSCH. In: Le Républicain Lorraine vom 30. November 2016, S. 14
  10. Alonso, Pedro Ignacio u. Palmarola, Hugo: Paneles voladores: Cómo los paneles de hormigón cambiaron el mundo. Ediciones UC, 2019,E-Book, ISBN 9561424142
  11. Buss, Silvia: Das Saarland, „ein gelobtes Land des neuen Bauens“. In: Saarbrücker Zeitung vom 28. Dezember 2018
  12. Diez, Carsten: Plattenbau à la française. In: "Moderne Regional" (Bleu-Blanc-Brut (18/3) Saarmoderne zwischen Frankreich und Deutschland),  Heft 3, 2018. Online-Ausgabe
  13. Schulze, Dieter: Wohnbauten in Fertigteilbauweise (Baujahre 1958-1990) - Übersicht. 2. Auflage,
    hrsg. vom Institut für Erhaltung und Modernisierung von  Bauwerken e.V. (IEMB). Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau, Stuttgart,  IRB-Verlag, Stuttgart , 1996 - ISBN 3-8167-4125-8
  14. Delort-Laval, Constanzia: Großwohnsiedlungen der Stadt Wien - Juwelen der späten Nachkriegsmoderne. Diplomarbeit an der Technischen Universität Wien, 6. November 2019
  15. Camus-Dietsch Typenbungalow. Informationen und Fotos zur Sanierung eines Camus-Dietsch Fertigteil-Bungalows Typ B 120 in Saarbrücken-Scheidterberg auf den "baubar"-Internetseiten der Architekten Carsten Diez und Igor Torres
  16. 10. Saarländischer Denkmalpflegepreis verliehen. Informationen auf den Internet-Seiten des saarländischen Landesdenkmalamtes, 30.11.2023
  17. Oberngruber, Anita: Plattenbau- Evaluierung einer stigmatisierten Fertigteilbauweise unter konstruktiver Betrachtung. Diplomarbeit an der Technischen Universität Wien, Fakultät für Bauingenieurwesen, 2016
  18. Informationen über Dubuisson, Jean (1914-2011) / SHAPE Village, Saint-Germain-en-Laye (Yvelines) auf den Internetseiten des Centre d'archives d'architecture contemporaine (Archiwebture)
  19. Informationen über den Architekten Jean (René) (Julien) Dubuisson auf Internetseiten archinform.net
  20. Opération des 4000 logements de la région parisienne auf den Internetseiten „Atlas de l’architecture et du patrimoine“
  21. Commune de Farébersviller - 1. Rapport de présentation, Édition Novembre 2014, PDF-Dokument auf den Internetseiten der Ville de Farébersviller
  22. Procès verbale de l'Assemblée Générale de clôture de liquidation du 15 décembre 1995,
    PDF-Dokument verfügbar auf den Internetseiten Société SAS
  23. Funk, Christine: Hochhaus-Siedlung mitten im Grünen. In: Saarbrücker Zeitung vom 16. Juli 2024, S. C2
  24. Meyer, Ulf: Als die Plattenbauten ins Saarland kamen. In: Saarbrücker Zeitung vom 23. Februar 2021, S. C3
  25. Stadtteilentwicklungskonzept - Quartiersentwicklung Folsterhöhe. Hrsg.: Landeshauptstadt Saarbrücken, Juli 2013. online.
    [25a] Stadtteilentwicklungskonzept - Quartiersentwicklung Folsterhöhe - Fortschreibung. Hrsg.: Landeshauptstadt Saarbrücken, Mai 2016. online.
  26.  Verschiedene Artikel in der Zeitung Wolkenkratzer - Zeitung für die Folsterhöhe, Sonderausgabe Juli 2004, hrsg. v. Kontaktzentrum Folsterhöhe des Caritasverbandes für Saarbrücken und Umgebung e.V.,
  27. Seiß, Reinhard: Wohnraum aus der Fabrik. In: Wiener Zeitung, online 27. April 2012
  28. Rüthers, Monica: Chruschtschowki – die Geburt der „Platte“ auf den Internetseiten der dekoder gGmbH
  29. Künzel, Tino: Die „Chruschtschowka“: Russlands erster Plattenbau hat ausgedient auf den Internetseiten der Moskauer Deutsche Zeitung
  30. Hannemann, Christine: Die Platte: Industrialisierter Wohnungsbau in der DDR  – Verlag Hans Schiler Berlin, 3. Auflage 2005, ISBN 3-89930-104-8; online als PDF
  31. Plattenbauten in der DDR auf den Internetseiten „zeitklicks.de“
  32. Topfstedt, Thomas: Wohnen und Städtebau in der DDR. In: Flagge, Ingeborg (Hrsg.): Geschichte des Wohnens, Bd.5, 1945 bis heute, Aufbau, Neubau, Umbau. ?Deutsche Verlags-Anstalt DVA, Stuttgart, 2. 1999, ISBN? 978-3421031150
  33. Video: Constructions industrielles Camus; Economie et techniques françaises, 1962;
    auf den Internetseiten des französischen Institut national de l'audiovisuel (INA)
  34. Palzer, Ulrich et al. (IAB – Institut für Angewandte Bauforschung Weimar gGmbH): Einfluss von typisierten und vorgefertigten Bauteilen oder Bauteilgruppen auf die Kosten von Neubauten und Bestandsmodernisierungen - 
    Abschlussbericht
    .
  35. Video "Platte an Platte", ein Video aus der Serie Plattenfakten auf den Internetseite des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR Fernsehen, 13.10.2011, 19:44 h); online nicht mehr verfügbar
  36. Video „Sonderausstellung zum Leben im Plattenbau in Dresden“ im MDR-Sachsenspiegel, 28.02.2026;
    online verfügbar bis 28.02.2027
  37. Richter, Peter: Der Plattenbau als Krisengebiet. Dissertation an der Universität Hamburg, 2006
  38. Vohrer, Inga: Nachhaltige Nutzung von Wohnimmobilien in Fertigteilbauweise unter Berücksichtigung des demographischen Wandels. Bachelorarbeit an der Hochschule Mittweida, 2011
  39. Jahresbericht 2025 der Caritas-Gemeinwesenarbeit Folsterhöhe. Hrsg. Caritas-Verband für Saarbrücken und Umgebung e.V.
  40. 100 Jahre Siedlung. Herausgeber:  Saarbrücker gemeinnützige Siedlungsgesellschaft mbH,  24. Juni 2019, Fremdbeilage der Saarbrücker Zeitung
  41. Kill, Wolfgang u. Scheffler, Tanja: Neustädter Passage. Bauwelt 40-41 (2014), S. 38 f - PDF-Datei online abrufbar
  42. Hubernagel, Julia: Durchlöcherte Stadt, 4. Juli 2022. Online auf den Internet-Seiten der TAZ
  43. Plattenbau in Frankreich. Informationen auf den Internetseiten "Mein Frankreich"
  44. Nagora, Anja: Demontage von Plattenbauten unter Berücksichtigung der Wiederverwendung (Remontage) ausgewählter Fertigteile aus baubetrieblicher und bauwirtschaftlicher Sicht,  dargestellt am Beispiel der Plattenbauserie P 2. Dissertation an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus, 2002. Link
  45. Schäfer, Susanne: Recycling "Wie ein gut abgehangener Schinken",  17. Mai 2010.  Veröffentlicht auf den Internetseiten der Süddeutschen Zeitung
  46. Mettke, Angelika: Material- und Produktrecycling – am Beispiel von Plattenbauten. Habitilationsschrift an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus, 2009.
  47. Brandenburg: Erstes Einfamilienhaus entsteht aus Plattenbau-Beton, 13, Juli 2005. Veröffentlichung auf den Internetseiten der Mitteldeutschen Zeitung, online.
  48. Mehr als 521.000 Euro für den ReUse Hub Kolkwitz, Pressemitteilung des Landes Brandenburg vom 29. April 2026,
    online
  49. Schuster, Karina: In einem deutschen Plattenbau entstehen Einfamilienhäuser – kann das funktionieren?
    Informationen auf den Internetseiten der Standard Medien AG, Österreich.
  50. Enge, Kristin: Plattenbauten: Die Letzten ihrer Art, 14. Sept. 2024, Informationen auf den Internetseiten des Sozialverband VdK Deutschland e. V. (Online-Ausgabe der VdK-Zeitung)
  51. Bruns, Hildburg: DDR-Platte wird jetzt Denkmal, 20. Okt. 2024. Informationen auf den Internetseiten der Berliner Zeitung.
  52. Internetseiten Betonzeitschiene - micromuseum für Plattenbau und Stadtgeschichte
  53. Informationen zur Sonderausstellung Platte Ost/West auf den Internetseiten des Stadtmuseum Dresden
  54. Lehrmann, Markus et al (Hrsg.): Platte Ost/West. Wohnen und Bauen in Großtafelbauweise.   Katalog zur Ausstellung im Stadtmuseum Dresden. Verlag Kettler, Oktober 2026, ISBN 978-3-98741-262-2
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